»Gesundheitspotenzial Kur- und Heilwald«

Abgeschlossen: 02.2018
Im Projekt des Bäderverbandes M-V e.V. »Entwicklung der natürlichen Ressource Wald zum Kur- und Heilwald zur Nutzung als Therapeutikum und dessen Vermarktung«, in dem die theoretischen Grundlagen geschaffen  wurden, zeigte sich deutlich,  dass es sowohl national als auch international großes Interesse an der Entwicklung des Potenzials Wald zum Kur- und Heilwald und damit zur indikationsbezogenen, medizinischen Nutzung gibt.

In jüngster Zeit gewinnt das Thema Wald und Gesundheit zunehmend an Bedeutung. Zum einen führt der heutige urbane Lebensstil, geprägt von Technik und Terminen bei vielen Menschen zum Bewegungsmangel, zur Hektik und Reizüberflutung. Psychischer Stress und Übergewicht sind Folgen dieser Entwicklung. Sie gefährden die Gesundheit und führen zu Zivilisationserkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes, Stressleiden und Depression. Zum anderen gibt es den Trend »Zurück zur Natur«. Bioprodukte, Waldkindergärten, Naturmedizin und Sport im Freien nehmen zu. Zunehmend bekunden Gemeinden großes Interesse, kommunale Waldgebiete zu Kur- und Heilwäldern auszuweisen, um sie zur gesundheitstouristischen Angebotserweiterung nutzbar zu machen.

Mit dem Ausbau der Kur- und Heilwälder wird selbstverständlich auf die Flora und Fauna des Waldes geachtet. Er findet unter ökologischem Aspekt statt. Auf Hinweisschildern wird auf die besondere Flora und Fauna des Waldes hingewiesen. Die biologische Vielfalt ist die Voraussetzung für die Aspekte der gesundheitlichen Nutzung des Waldes. Wissenschaftlich untermauert wirken diese nachweislich äußerst positiv auf die Seele und den Organismus des Menschen. Der Wald ist eine Art »grüne Apotheke« und das schon seit Jahrhunderten.

Mecklenburg-Vorpommern ist aufgrund seines Landeswaldgesetzes (vom 18.10.2005, § 22) in der Lage, Waldgebiete zum Kur- und Heilwald auszuweisen. In Kooperation mit fünf Gemeinden, unter Fachkompetenz von Wissenschaftlern und des Landesforst, ist es gelungen, die rechtlichen und fachlichen Grundlagen sowie die Qualitätskriterien zur Ausweisung festzulegen. Ebenfalls wurden Gestaltungs- und Nutzungsvorschläge erarbeitet. Um die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis zu überführen, bedarf es fachspezifischer Konzepte, die es zu entwickeln und umzusetzen gilt sowie laut Rechtsverordnung Kur- und Heilwälder zu zertifizieren. Durch die Evaluation vorhandener weltweiter Veröffentlichungen kristallisierte sich heraus, dass auf dem internationalen Markt, intensiv an der Nutzung des Waldes zu gesundheitlichen Zwecken gearbeitet wird.

So gilt es, die Kommunen und gesundheitstouristischen Einrichtungen zeitnah und zielstrebig bei der praktischen Umsetzung und Entwicklung bis zur Ausweisung der Kur- und Heilwälder zu begleiten sowie entsprechende Vermarktungsstrukturen aufzubauen.

Als weiteres Projektergebnis ergab sich die Notwendigkeit einer Feldstudie zur effektiven Verbesserung des Gesundheitszustandes von Patienten in der Prävention und Rehabilitation durch eine gezielte, indikationsbezogene Waldnutzung. Die Präventions- und Rehabilitationseinrichtungen signalisierten großes Interesse, zumal auf diesem Gebiet bisher keine fundierten medizinischen Studien vorliegen. Unterschiedliche indikationsbezogene Behandlungskonzepte für Therapien sind von Nöten.  

Mit dem vorangegangenen Projekt hat Mecklenburg-Vorpommern bereits Zeichen gesetzt und sehr viel nationales und internationales Interesse geweckt. Um sowohl Projektergebnisse zu veröffentlichen als auch in einen Erfahrungsaustausch zu treten, bietet sich ein internationaler Fachkongress »Wald & Gesundheit« an.

Im Rahmen des Projektes ergab sich die Notwendigkeit der Entwicklung von Weiterbildungsmodulen zum Waldtherapeuten.


Dateien:

  • Kongressband 1. Internationaler Kongress Gesundheitspotenzial Wald (PDF, 4,67 MB)
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  • Berichtsband mit integriertem Leitfaden (PDF, 43,18 MB)
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